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Industrielle AutomatisierungstechnikRekonstruktion zerstörter Dokumente

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Rekonstruktion zerstörter Dokumente

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Die manuelle Vernichtung von Stasi-Geheimakten in den letzten Tagen der DDR hinterließ einen gewaltigen Schnipselberg. Der Bestand von etwa 600 Mio. Schnipseln wurde auf 16.250 Säcke verteilt. Eine manuelle Rekonstruktion dieser Dokumente würde mit dem bisherigen Personaleinsatz 400-800 Jahre benötigen. Eine erhebliche Zeit- und Kostenreduktion kann durch eine computergestützte Rekonstruktion erreicht werden. Aus diesem Grund wurde ein System zur rechnerbasierten Rekonstruktion zerstörter Dokumente aus ihren Einzelteilen konzipiert und als Demonstrationssystem realisiert. Darauf aufbauend wird ein Gesamtsystem etnwickelt, das in der Lage sein wird, die zerstörten Dokumente virtuell zu rekonstruieren.

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Vorgehensweise

Die Vorgehensweise bei der automatisierten Rekonstruktion zerstörter Dokumente unterteilt sich in zwei Hauptphasen. Der erste Schritt beinhaltet die automatische Digitalisierung der zerstörten Dokumente, die eine hohe Varianz an Form und Beschaffenheit haben. Diese Undefiniertheit und die schiere Menge des zu digitalisierenden Materials stellt besondere Anforderungen an die Handhabung. Für die folgende virtuelle Rekonstruktion werden dann durch das System geeignete Merkmale ermittelt, wie beispielsweise Farbe, Linierung, Schriftbild und Textur. Basierend auf diesen Merkmalen wird die Anzahl der möglichen Rekonstruktionspartner eingeschränkt und die Seiten aus den so gefundenen virtuellen Papierstücken rekonstruiert. Ausgehend von Schnipseln mit hohem Informationsgehalt werden mögliche Schnipselnachbarn anhand der Kontur- und Flächendaten ausgewählt und wenn möglich dem bisherigen Rekonstruktionsergebnis hinzugefügt.

Ergebnisse

Das Demonstrationssystem zur automatischen virtuellen Rekonstruktion ermöglicht das automatisierte Digitalisierung von Dokumenten, die in Form und Material undefiniert sind. Durch die erreichte gute Parallelisierbarkeit kann der Hard- und Softwarebedarf der rechnerbasierten Rekonstruktion auf die Anforderungen der jeweiligen Rekonstruktionsaufgabe angepasst werden. Dokumente können somit kosten- und zeitoptimiert virtuell rekonstruiert werden. Anhand typischer Schnipsel aus dem Bestand der BStU konnte die Funktionalität des Systems nachgewiesen werden.

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